Nisarga.de

marabu

 

 

Frage: „Es gibt so viele Theorien über die Natur des Menschen und des Universums. Die Theorie der Schöpfung, die Theorie der Illusion, die Theorie des Traumes unzählig viele Theorien. Welche ist wahr?“

Antwort: "Alle sind wahr, alle sind unwahr. Sie können sich aussuchen, welche Ihnen am besten gefällt."
[Sri Nisargadatta Maharaj – „Ich Bin“]

 

Die Suche nach sich selbst ist in letzter Konsequenz die Suche nach der höchsten Realität. Diese aber kann nie mit dem Verstand – mit dem Denken also – erfasst werden. Ob man an einen Gott glaubt und am Ende doch nur feststellt, dass dieser ein/das "Nichts" ist und schlussendlich begreift, dass man dieser unpersönliche "Gott" selber ist, oder ob man einfach nur "Still-sein" praktiziert, bis "nichts" mehr übrig bleibt, spielt keine Rolle.

Es gibt viele Wege, viele Theorien und viele Praktiken. Und doch wird man am Ende erkennen müssen, dass jede Theorie oder Praktik letztlich nur dazu diente, die Bereitschaft zu entwickeln, alles Weltliche, alle Theorien und alle Praktiken vollständig loszulassen.

 

 

22. Oktober 2008

"Frage: Gibt es einen bestimmten Ort, den Sie mir für meine spirituelle Entwicklung empfehlen können?

Antwort: Der einzig richtige Ort ist im Inneren. Die äußere Welt kann weder helfen noch verhindern. Kein System von vorgegebenen Handlungen wird Sie an Ihr Ziel bringen. Geben Sie alle Investitionen in die Zukunft auf und konzentrieren Sie sich völlig auf das Jetzt, beschäftigen Sie sich ausschließlich mit Ihren Reaktionen auf alle Bewegungen im Leben, so wie sie geschehen."
[Sri Nisargadatta Maharaj – "Ich bin"]

 

Wenn du voll und ganz die Geisteshaltung eines "externer Beobachters" einnehmen würdest und "dein Leben" und alles, was drum herum ist, damit nur beobachten würdest – ohne jemals eingreifen zu wollen – so würdest du bald feststellen, dass du weder der denkende Verstand noch der Körper bist.

Ebenso würdest du bald erkennen, dass jede Handlung im Leben eine Reaktion im Umfeld auslöst, und dass jede Bewegung im Umfeld eine Reaktion in dir auslöst.

Und du würdest feststellen, dass die ganze Welt – also alles, was du kennst: das Wahrgenommene, das Denken, das Fühlen – dir nur "widerfährt". Wie ein Traum, der sich auch nur vor dir ausbreitet, ohne dir wirklich zu schaden und ohne dich zu fragen, ob du das möchtest.

Bald würdest du deine eigene Unsterblichkeit, deine wahre Natur, erfassen.

05. November 2008

Wünsche

Oft werde ich gefragt, wie man sich seine Wünsche erfüllen kann. "Wie geht das?".

Meine erste Antwort ist meist: Es gibt Tausende Bücher über Wunscherfüllung und es wird weiterhin viele neue Bücher über dieses Thema geben. Warum?

Die Antwort liegt klar auf der Hand: Weil in keinem die ultimative Lösung drin steht. All die beschriebenen "Formeln" funktionieren meist nur einmal (oder gelegentlich) und gehören somit eher in den Bereich der "Zufälligkeiten".

Gibt es denn wirklich keine Lösung für dieses "allzu menschliche" Problem?

Vielleicht gibt es sie doch! Sri Nisargadattas Maharaj’s Guru verriet sie ihm und er hat sie uns verraten. Nisargadatta sagte: "Sie sind die höchste Realität … alles wird nach Ihrem Willen geschehen, vorausgesetzt, Sie wollen es wirklich."

Wer nun glaubt, er könne als (vermeintliche) "Person" unter anderen "Personen" – als (vermeintlich) selbstbestimmendes Einzelwesen also und damit in seinem "täglichen Bewusstsein" weit weg vom wahren "Quellen-Gewahrsein" – einfach mal "wünschen" und das war’s dann schon, dem kann ich nur entgegenhalten, dass zuerst eine Befreiung von diesem falschen – wenn auch sehr natürlichen – Trugschluss, eine "Person" zu sein, stattfinden muss. Man nennt dies "Selbst-Verwirklichung".

Selbst-Verwirklichung bedeutet im Grunde genommen nichts anderes, als dass die Idee verschwinden muss, dass man eine Person wäre, ein "Ich", das sich in dieser Welt behaupten müsse und es aus eigenen Stücken auch könne. Dann weilt man wieder in seinem natürlichen "Quellen-Gewahrsein", frei von der Idee, ein "kleines separates Ich" in einer großen Welt zu sein.

Ohne dich existiert deine Welt überhaupt nicht! Und ob ohne dich eine Welt existieren kann – nun, darüber könntest du die nächsten tausend Jahre herumphilosophieren, ohne zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen.

04. Dezember 2008

Es gibt nichts zu tun, um sich selbst zu erkennen, außer: Dich "ruhig" zu halten und das zu "erfühlen", was sich in dir nie verändert. Es ist dir so nah, dennoch so "fein", so "unmerklich", dass du vielleicht noch nie darauf geachtet hast. Doch ist es IMMER mit dir.

Das ständige Gewahrsein des "Ich bin" ist der Schlüssel:"Ich existiere, aber ich bin nichts von dem, was 'um mich herum', 'vor mir' oder 'in mir' vorgeht - egal, wie stark die Umstände mich auch treffen mögen!"

"Nichts was Sie tun wird Sie verändern, denn Sie brauchen keine Veränderungen. Sie mögen Ihren Verstand oder Ihren Körper verändern, aber es ist immer etwas Äußerliches von Ihnen, das sich verändert, nicht Sie selbst. Warum sollte man sich überhaupt mit Veränderungen beschäftigen? Erkennen Sie ein für allemal, dass Sie weder Ihr Körper noch Ihr Verstand sind, noch nicht einmal Ihr Bewusstsein, und verweilen Sie allein in Ihrer wahren Natur jenseits des Bewusstseins und des Unbewusstseins. Keine Anstrengungen können Sie dorthin bringen, nur die Klarheit des Verstehens. Spüren Sie Ihre Missverständnisse auf und geben Sie sie auf, das ist alles. Es gibt nichts zu suchen und nichts zu finden, denn nichts ist verloren gegangen. Entspannen Sie sich und beobachten Sie das „Ich bin". Die Realität ist direkt dahinter. Bleiben Sie still, bleiben Sie ruhig, dann wird es an die Oberfläche kommen, oder besser gesagt, es wird Sie aufnehmen."
[Sri Nisargadatta Maharaj – "Ich bin"]

17. Dezember 2008

"Gewahrsein ist das, auf dem das Bewusstsein erscheint. Da ist nun der Körper für dich da. Aus was ist der Körper gemacht? Aus Elementen, oder nicht? [Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum]. Wenn du einmal verstanden hast, dass du nicht diese Elemente bist … Du existierst vor der Entstehung der Elemente. In dem Moment, indem das „Ich"-Bewusstsein in dir entsteht, erfährst du die Welt. Deshalb hast du die Erfahrung des Leids, wie auch des Glücks. Versuche, die Natur des Leids und des Glücks zu verstehen, die durch das Bewusstsein in den Verstand gelangen. Und wenn du das verstanden hast, weißt du, dass du nichts von all dem bist; das war‘s dann. Leid hat nichts mit dir zu tun, auch Glück hat nichts mit dir zu tun. All das geschieht im Bewusstsein, und du beobachtest das Bewusstsein, wie es kommt und geht. All das wird von etwas in dir gewusst; das ist deine wahre Natur, das BIST du. Das kann nicht als objektives Ding verstanden werden. Du kennst jenen Moment, in dem das Bewusstsein kommt und du kennst jenen Moment, in dem das Bewusstsein dich wieder verlässt … [du begreifst jene Momente, ist es nicht so?] … Ist das nicht deine Erfahrung? Im Tiefschlaf bist du nicht bewusst, im Wachzustand bist du bewusst; das bedeutet, dass all die Dinge da sind, du bist da. Du weißt das. Wer weiß das? Wer kennt das Kommen und Gehen des Bewusstseins? Dieses bestimmte Ding, das weiß, bist „DU", das ist deine wahre Natur. Kannst du das verstehen?"

[Sri Nisargadatta Maharaj – "The Ultimative Medicine"]
(Übersetzung in Rohfassung: Hermann R. Lehner)

html5 CSS ist valide!