Nisarga.de

storm

 

 

Frage: Ich bin heute Morgen aufgewacht und hatte noch Fetzen von meinem Traum im Kopf. Doch dann geschah etwas sonderbares: Da war kein Gedanke, sondern nur eine weiße Stille - aber beweglich und sehr friedlich. Die Welt war verschwunden. Doch "Ich bin" war da! Es war als läge es hinter meinem Verstand ganz klar und deutlich.

Und ich begriff, daß die Welt nur entsteht, wenn der Verstand sie erschafft. Wenn dort diese Stille - dieser Frieden - ist, erschafft er keine Welten und erzeugt kein Leid. Es ist alles gut! Ich war Zuhause, oder?

 

Antwort: Ja, das war ein momentaner Einblick in die Unendlichkeit, in dein wahres Sein! Ich freu mich für dich!
Es wird öfter kommen und stabiler "bleiben" ...

 

 

 

25. Januar 2009

"Das Wissen ‘Ich bin’ ist in allen fühlenden Wesen gleich, egal, ob es sich um ein Insekt, einen Wurm oder um ein menschliches Wesen handelt … Ich betrachte dieses grundlegende Bewusstsein in einer Form nicht unterschiedlich als das Bewusstsein in einer anderen Form. Um sich aber selbst manifestieren zu können, benötigt das Bewusstsein eine Basis, ein bestimmtes Konstrukt, in dem es erscheinen kann. Diese Basis kann irgend etwas sein, kann jede Form sein, aber die Manifestation kann nur so lange bestehen, wie diese jeweilige Form fortdauert. Und bis dieses Bewusstsein erscheint, kann es kein Wissen jeglicher Art geben. Zusammengefasst, Wissen hängt von Bewusstsein ab, und Bewusstsein benötigt einen physikalischen Nährboden oder eine physikalische Form."
[Sri Nisargadatta Maharaj – "The Ultimative Medicine"]
(Übersetzung in Rohfassung: Hermann R. Lehner)

05. Februar 2009

"Was da war, bevor der Körper ins Dasein kam, ist das, was bestehen bleiben wird, wenn der Körper und die Elemente wieder verschwunden sind. Und bevor der Körper verschwunden sein wird - an diesem letzten Tag - wird auch die Erinnerung an die Existenz zuvor verschwunden sein. Damit ist alles, was zwischen dem Erscheinen und Verschwinden des Körpers geschieht, nur ein Bündel an Erinnerungen; was immer du angesammelt hast, ist nichts anderes als lediglich Unterhaltung. All das ist in der Erinnerung und alles wird verschwinden. Wenn du das wirklich durch richtiges Verstehen akzeptiert hast, wirst du dir nicht länger darüber Sorgen machen, ob der Körper weiter besteht oder verschwindet. Wenn das höchste Prinzip, dieser Daseinszustand [Beingness] im Körper erlischt, wie kannst du noch reden? Wenn das primäre Prinzip erloschen ist, bleibt dann irgendetwas von Wert übrig? Erst erlischt das Sein [Beingness]. Dann verschwindet der Körper. Aber das Sein [Beingness] kann niemals wissen, dass der Körper verschwindet, da es zuerst erlischt."
[Sri Nisargadatta Maharaj – "The Ultimative Medicine"]
(Übersetzung in Rohfassung: Hermann R. Lehner)

21. Februar 2009

Auszug aus: The Ultimative Medicine (as Prescribed by Sri Nisargadatta Maharaj), 1996, Blue Dove Press, USA; Übersetzung [Rohform] von Hermann R. Lehner

 

"Frage: Bedeutet das, dass Gewahrsein nur im gegenwärtigen Moment ist?

Maharaj: Wenn du dir wirklich allem, was du siehst, bewusst bist, würdest du jemals versuchen, ins Bewusstsein einzutreten und dich selbst ins Leid hineinziehen? Bewusstsein bringt dich in Schwierigkeiten, ist es nicht so? In dem Moment, in dem du dir bewusst wirst, dass du bist, beginnt der Ärger. Über welches Leid du auch immer sprichst, es hat erst begonnen, nachdem das Bewusstsein über dich gekommen ist.
Nehmen wir an, jemand will sein; in das Bewusstsein hinein geführt zu werden bedeutet wiederum, in das Leid hinein geführt zu werden und was immer aus diesem Leid entsteht. Alles, was du verstehen musst, ist die Natur des Bewusstseins und fühlen, dass du mit ihm nichts zu tun hast. Bewusstsein ist dein Gast, ist es nicht so? Es war nicht da, und in der Zukunft wird es ebenfalls nicht mehr da sein; es begleitet dich nur zeitweise. Und mit diesem zeitweisen Wissen über das Bewusstsein willst du alles innerhalb dieses Bewusstseins verstehen. Was kannst du wirklich innerhalb dieses Bewusstseins verstehen? Bis du versuchst, dir dieses Bewusstseins gewahr zu sein, das kommt und geht, welches Konditionierungen sind – Konzepte, Ideen, Hoffnungen, und all die anderen Dinge …

Frage: Also muss das Gewahrsein jenseits des Bewusstseins sein?

Maharaj: Es ist schon jenseits des Bewusstseins. Gewahrsein ist das, auf dem das Bewusstsein erscheint.
Da ist nun der Körper für dich da. Aus was ist der Körper gemacht? Aus Elementen, oder nicht? [Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum] Wenn du einmal verstanden hast, dass du nicht diese Elemente bist … Du existierst vor der Entstehung der Elemente.
In dem Moment, indem das „Ich“-Bewusstsein in dir entsteht, erfährst du die Welt. Deshalb hast du die Erfahrung des Leids, wie auch des Glücks. Versuche, die Natur des Leids und des Glücks zu verstehen, die durch das Bewusstsein in den Verstand gelangen. Und wenn du das verstanden hast, weißt du, dass du nichts von all dem bist; das war‘s dann. Leid hat nichts mit dir zu tun, auch Glück hat nichts mit dir zu tun. All das geschieht im Bewusstsein, und du beobachtest das Bewusstsein, wie es kommt und geht.
All das wird von etwas in dir gewusst; das ist deine wahre Natur, das BIST du. Das kann nicht als objektives Ding verstanden werden. Den Moment, indem das Bewusstsein kommt und den Moment, indem das Bewusstsein dich wieder verlässt: Du verstehst jenen Tag [Moment], ist es nicht so? Ist das nicht deine Erfahrung?
Im Tiefschlaf bist du nicht bewusst, im Wachzustand bist du bewusst; das bedeutet, dass all die Dinge da sind, du bist da. Du weißt das. Wer weiß das? Wer kennt das Kommen und Gehen des Bewusstseins? Dieses bestimmte Ding, das weiß, bist „DU“, das ist deine wahre Natur. Kannst du das verstehen?

Frage: Ja, ich verstehe das intellektuell, kann es aber nicht ganz begreifen.

Maharaj: Aber wo ist hier die Frage von Begreifen? Und ebenso von intellektuell verstehen? Wir sagen auch, ich habe begriffen oder intellektuell verstanden, aber wo ist die Frage? Es ist eine Tatsache, oder nicht? Musst du jede Tatsache nur mit dem Intellekt verstehen? Es ist eine Tatsache, du weißt das jetzt, das ist alles – es ist so einfach.
Da du Sadhana [spirituelle Praktik] für fünfeinhalb Jahre praktizierst hast, hast du ein wirkliches Erkennen der Identität in dir, die permanent ist? Du hast das Bewusstsein, das die Welt kennt, aber du weißt auch, dass es kommt und geht. Weißt du nun auch, was es in dir ist, das immer bleibt, das nicht kommt und geht, dafür aber permanent da ist? Was immer du in den fünfeinhalb Jahren getan hast, warst du in der Lage, dies herauszufinden? Da ist ein Prinzip in dir, das wir chetana oder Bewusstsein nennen, das der gemeinsame Faktor ist, weil du dich in diesem chetana bewegst. Darin tust du alles. Aber du weißt auch, dass es kommt und geht. Bewusstsein ist nicht permanent. Wenn Bewusstsein beginnt, nennst du es Geburt, wenn es geht, nennst du es Tod. Das ist ebenso keine permanente Identität. Hast du irgendein anderes Wissen über eine permanente Identität in dir, die immer bei dir bleibt, und die niemals verschwindet?

Frage: Ich kann nicht wirklich sagen, dass ich so ein Wissen habe.

Maharaj: Du hast diese Tatsache von Anfang an akzeptiert, als du gesagt hast, dass du nichts weißt. Wir deuten also auf das „Du“; das, was sagt „ich weiß nichts“ ist deine wahre Natur, das bist du. Und das, was weiß, ist nicht wirklich; es ist nicht permanent.
Das, was du kennst, das du mit deinen Augen wahrnehmen kannst, ist nicht wirklich. Und das, das sagt, dass es nichts weiß, ist deine wahre Natur. Du bist das, und du kannst es nicht als eine objektive Sache herausfinden. In dem Moment, in dem es objektiv wird, wird es nicht-permanent, und ist nicht wahr.

Frage: Also kann es nicht erklärt werden.

Maharaj: Naturgemäß wurde es überall als unerklärlich bezeichnet, es kann nicht beschrieben werden; man kann nur darauf hindeuten. …"

25. März 2009

Bist du schon einmal aufgewacht und es war keine Welt da? Sicherlich nicht. Ist dir die Welt schon einmal erschienen, und du warst nicht da? Sicherlich auch nicht. Du (als Person) bist ein Teil dieser Welt, die dir erscheint. Wem erscheint das alles? Auf diese Frage gilt es eine Antwort zu finden. Eine Antwort, die nicht im Verstand (mit dem Denken also) gefunden werden kann, denn auch das Denken findet innerhalb der Welt statt. Nur in reiner Stille ohne Denken löst sich das Rätsel.

16. April 2009

„MAHARAJ: Die Realität kann nicht bewiesen und auch nicht widerlegt werden – im Bereich des Verstandes können Sie es nicht, und jenseits des Verstandes brauchen Sie es nicht. In der Realität taucht die Frage: ‚Was ist real?‘ gar nicht auf. Das Manifestierte (Saguna) und das Unmanifestierte (Nirguna) sind nicht verschieden.

FRAGE: In dem Falle wäre alles real.

MAHARAJ: Ich bin alles. Als mein Selbst ist alles real. Außerhalb von meinem Selbst ist nichts real.“
[Sri Nisargadatta Maharaj - „Ich bin“]

 

Du kannst dein „Selbst“ nicht suchen und du würdest es auch nicht finden. Denn du bist es schon und bist es immer gewesen. Zu keinem Zeitpunkt warst du nur eine „Person“, egal was du glaubtest oder glaubst. Vielleicht teilst du irrtümlicherweise nur zwischen „unreal“ und „real“, zwischen Gewolltem und Ungewolltem. „Real“ ist, was ist. „Unreal“ ist, was nicht ist. Jetzt!

01. Mai 2009

Die überwiegende Mehrheit der Suchenden sucht, weil sie sich (mehr) weltliches Glück, die 'Liebe', den Frieden in ihrem Leben oder ähnliches versprechen. Die "Erleuchtung" oder "Selbst-Verwirklichung" usw. - so meinen sie - soll dieses Ergebnis bringen. Doch das tut sie nicht zwangsläufig! Mögen auch einige derer, die für "erleuchtet" gehalten werden, so tun, als ob ... (oder es gar zeitweise so 'fühlen'.)

"Selbst-Verwirklichung" ist nichts anderes, als dass über den Verstand hinaus - man könnte fast sagen, in einer Art "direktes Sehen" - erkannt wurde, dass wir alle (als Menschen) im gleichen Boot sitzen. Dass wir "immer" das tun, was wir tun müssen. Dass wir absolut keine selbst bestimmenden Wesen sind.

Wir alle sind abhängig von unserer Umwelt und den gesellschaftlichen Gepflogenheiten erzogen - und damit im "Hirn" programmiert - worden und werden ständig durch die anderen und unsere Umwelt weiter "umprogrammiert". Als Person sind wir nichts weiter als "ständige gegenseitige Programmierung". Wir sind die "Spielbälle der anderen" - doch mit dem illusionären Gefühl (das, nebenbei erwähnt, immer ein paar Millisekunden zu spät kommt): "Ich habs getan, ich hab's entschieden!" (die rechte Gehirnhälfte speichert alle Geschehnisse unpersönlich ab, die linke sagt dann: "Ich wars!").

Dabei bräuchte man sich nur einmal zu überlegen, was man alles nicht getan oder entschieden hätte, wären die Umstände unter denen solche Handlungen und Entscheidungen geschahen, anders gewesen. Doch die jeweiligen Umstände werden nicht von "mir" bestimmt, sondern sie sind das Ergebnis des momentanen "Gesamtbildes" des Umfelds. Es bin nicht "ich", der gerade hier ist, sondern "da ist immer eine ganze Welt hier - in der 'ich' darin mit enthalten bin".

Wird dies klar und deutlich erfasst - egal, wie die Umstände sind oder das persönliche "Wohl- (oder Nichtwohl-)befinden" gerade ist - so entsteht eine spontane Einsicht, die sich anfühlen kann, als ob etwas (das letzen Endes nicht von mir verschieden sein kann) wie "von außen" diesem Schauspiel (das gesamte Bewusstsein samt seinem Inhalt) unbeteiligt zuschaut (oft Gewahrsein genannt).

Dann ist klar, dass es keinen einzelnen (frei) Handelnden gibt, sondern dass immer die "Bewegung" im Gesamtbild der bestimmende Faktor ist. Die Gummi-Ente in der Badewanne schwimmt ja auch nicht dahin, wo sie will - sie wird von den "Planschwellen" hin- und hergetrieben.

Was immer diese Erkenntnis für den einzelnen Verstand bedeutet, kann in Wahrheit niemand voraussagen oder verallgemeinern. Der eine wird vielleicht vor Freude juchzen, der nächste wird möglicherweise sich von Schuld befreit fühlen und einem anderen mag es gehen, wie einem ZEN-Mönch: "Mir ging's vorher miserabel, mir geht's jetzt miserabel." Und einige waren danach nicht mehr in der Lage, 'lustige' Bücher zu schreiben etc., die einen Suchenden vor falschen Vorstellungen hätten warnen können!

 

"Das Verlangen eines Mannes nach einer Frau ist wahrlich unschuldig im Vergleich zu der Lust auf immerwährende, persönliche Glückseligkeit. Der Verstand ist ein Gauner. Je heiliger er zu sein scheint, desto größer ist der Betrug!"
[Sri Nisargadatta Maharaj - "Ich bin"]

 

Ich hatte damals das Glück, nicht (wirklich) nach einer Lebensverbesserung zu suchen. Ich wusste nach 19 Jahren "Hobby"-Suche gar nicht, was ich eigentlich suchte. Doch dann begann ich von vorne.

Ich dachte mir: "Diese Meister von einst und jetzt (wer immer wahre Meister sind oder waren), machen alle etwas anderes. Die einen essen Schweinefleisch, die anderen nicht. Die einen beten, die anderen nicht. Andere üben sich im Bogenschießen, wieder andere tun das nicht, usw. Es kann also nicht an der Art und Weise liegen. Dennoch müssen all diese Meister etwas gemeinsam haben."

Und so versuchte ich herauszufinden - und ich betrachtete das eher als 'ernsthaftes' Hobby als als Suche -, was denn das Gemeinsame an ihnen sein könnte. Ich dachte damals, wenn ich all die wichtigen Wege kenne und weiß, was dieses 'Gemeinsame' ist, dann erst werde ich entscheiden können, ob ich das auch will. Und dann erst könnte ich mir den Weg auch aussuchen.

Ich bin nie angekommen!

Denn das Gemeinsame ist das Verschwinden aller falschen Vorstellungen bezüglich des "Ichs" (fälschlicherweise meist als Egoauflösung bezeichnet). Mitten auf dem "Weg" verschwanden nach und nach alle meine "falschen Ich-Vorstellungen" und am Ende: Der Suchende (in mir).

Die Suche war damit zu Ende. Definitiv!

Was immer mir das gebracht (oder nicht gebracht) hat, braucht niemand zu wissen, denn das würde nur den Verstand anspornen, ggf. Ähnliches erreichen zu wollen (was beim Einzelnen aber nicht unbedingt der Fall sein muss). Und damit würde das Rad der Begierden erneut in Schwung gebracht werden - und die Suche würde vielleicht kein Ende nehmen.

18. Mai 2009

Ein Irrtum, dem sehr viele Sucher unterliegen, ist der Glaube oder die Vorstellung, mit der Selbstverwirklichung würde sich das "Ego" auflösen. Oft wird es auch so beschrieben. Sie meinen, dass der Charakter eines Menschen sich dabei ändern wird, dass negative Emotionen und Probleme gänzlich verschwinden oder/und man nur noch in einer "heilen Welt" leben würde. Und so nimmt ihre Suche kein Ende. Zugegeben ist es schwierig, denn Sachverhalt korrekt zu erklären, denn wir haben im Sprachgebrauch kaum die richtigen Wörter bzw., Vorstellungen, was wirklich passiert. Ich würde es (fast) so ausdrücken wollen: Da sind irgendwie "zwei Egos". Zum einen der Charakter eines Menschen, erworben durch seine Programmierung/Erziehung etc. (z. B. "der hat aber ein Riesen-Ego...!") Zum anderen die normalerweise nie beachtete Vorstellung, man wäre ein selbst bestimmendes Wesen - ein unabhängiges "Ich", und damit ein "Ego". Bei der Selbstverwirklichung ist die Illusion durchschaut, dass man ein selbst bestimmendes Wesen wäre und dass die anderen selbstbestimmte Wesen wären. "Ego" No. 2 ist damit erloschen. Doch "Ego" No. 1 - der Charakter mit all seinen Eigenheiten - bleibt bestehen, wie er ist. Und damit alles um ihn herum, was ihn betraf und betrifft. Die Welt dreht sich "danach" nicht anders als "vorher". Das Wort "Ego" kommt etymologisch betrachtet von eg(o)hom und bedeutete ursprünglich:"Hierheit". Mit "Ich bin" ist also nichts anderes gemeint als: "Hierheit ist"! Darin kann logischerweise kein "Ich bin der und der (oder so und so)" mit enthalten sein. "Hierheit" ist nicht "so und so" ... "Hierheit" ist einfach. Dein wahres Sein innerhalb des Lebens ist als nichts anderes als diese (unpersönliche) "Hierheit", die alles nur wahrnimmt. Dennoch werden wir - all wir "Hirnis" dieser Welt -, weiterhin so herumlaufen und (re-)agieren, wie wir eben gestrickt sind. Was soll's? So war es immer, so wird es immer sein, da beißt die Maus keinen Faden ab. Dennoch wird man sich gewahr, dass etwas in "mir" immer nur beobachtet, wahrnimmt. Und schon immer nur beobachtet, wahrgenommen hat. Die unpersönliche "Hierheit", die in Wahrheit einfach nur ist. Sie war immer da, sie ist immer da - wo wolltest du sie denn finden?

09. Juni 2009

Für (fast) jeden Sucher kommt der Moment, in dem er erkennen muss, dass es keine beständige Verbesserung oder "ewige Glückseligkeit" im (eigenen) Leben geben kann - und wenn es diese Verbesserung gelegentlich dennoch geben sollte, dann nur als einen glücklichen Zufall, den derjenige selbst niemals "herbeirufen" hat. Erst dann ist der Sucher für gewöhnlich in der Lage, sich dem eigentlichen Ziel der Suche zu nähern, nämlich: die (innere) De-Identifizierung von der Welt und der Person, die er glaubt zu sein. Das Leben (Bewusstsein) wird weiter durch diesen einen Körper wie bisher wahrgenommen und das "Gefühl", man wäre dieser Körper, wie auch die Eigenarten dieses Körpers (der Person) werden weitgehend bleiben. Dennoch kann er versuchen, das Wesen seiner "wahren Natur" (letztlich auch nur ein ungefährer Begriff für das Unerklärliche) zu erkennen oder zu durchschauen. Deshalb sagte Sri Nsargadatta Maharaj:

 

"Der Suchende ist jemand, der auf der Suche nach sich selbst ist. Recht bald findet er heraus, dass er nicht sein eigener Körper sein kann. Ist die Überzeugung „Ich bin nicht der Körper“erst einmal so fest in ihm verankert, dass er nicht mehr für den Körper fühlen, denken und handeln kann, dann wird er ganz einfach feststellen, dass er das universelle Sein, Wissen und Handeln ist und dass das gesamte Universum in ihm und durch ihn real, bewusst und aktiv ist. Dies ist der Kern des Problems. Entweder sind Sie körperbewusst und ein Sklave der Umstände, oder Sie sind das universelle Bewusstsein selbst – und somit völlig Herr über alle Ereignisse. Trotzdem ist das Bewusstsein, ob individuell oder universell, nicht mein wirkliches Zuhause. Ich bin darin nicht enthalten, es ist nicht meins, es gibt darin kein „Ich“. Ich bin jenseits davon, auch wenn es schwer zu erklären ist, wie jemand weder bewusst noch unbewusst sein kann, sondern einfach jenseits von all dem. Ich kann auch nicht sagen, dass ich in Gott bin oder Gott bin. Gott ist das universelle Licht und die Liebe, Er ist der universelle Beobachter. Ich bin sogar jenseits des Universellen."
[ „Ich Bin“ – Kapitel 74]

05. Juli 2009

Wenn du dich hinsetzt, deinen 'Geist' ruhig hältst und einfach nur die Natur beobachtest, so wirst du schnell feststellen, dass keine Handlung geschieht, die irgendjemand 'absichtlich' vollzieht. Wenn ein Vogel einen Wurm sieht, so REAGIERT er einfach seiner Natur entsprechend darauf - er denkt dabei nicht. Die Wolken ziehen - vom Wind getrieben - am Himmel, doch der Wind hat keinen eigenen Willen. Wenn du die Handlungen von Menschen aus der Distanz (unpersönlich) beobachtest, wirst du schnell feststellen, dass auch sie nur ihrer Natur und Ihren Gewohnheiten gemäß reagieren. Erst wenn du mit dem Denken beginnst, werden aus all diesen 'Figuren' (Einzel-)Wesen - 'Ich' und 'Du's' also. Deshalb:

 

„Das Denken aber macht diese ganze wesenlose Welt wesenhaft.“
[Nrisinha-uttara-tapaniya-Upanishad – 8. khanda]

 

Es ist wie die Betrachtung eines vergangenen Traums: Du glaubst, du warst im Traum ein (Einzel-)Wesen. Und die anderen waren die 'Du's'. Doch während du träumtest, gab es gar kein Denken - nur die distanzierte Beobachtung des Traums. Erst beim Aufwachen kommt das Denken ins Spiel und damit (rückwirkend) die Idee der Wesenhaftigkeit der Traumfiguren. Dennoch weißt du sofort, dass der Traum nur ein 'Hirngespunst' in deinem Kopf war. Tatsächlich war nie jemand je in deiner Traumwelt. Nicht einmal du.

13. Juli 2009

Stell' dir vor, du wachst auf und die Welt ist nicht da!

Stell' dir vor, die Welt erscheint, aber du fehlst darin!

Hast du dich schon mal gefragt, wieso die Welt und dein Körper darin IMMER gemeinsam erscheinen und verschwinden? Ist es dir schon mal in den Sinn gekommen, dass du vielleicht gar nicht die Person (der Körper) bist, der du möglicherweise zu sein glaubst?

Vielleicht erscheint* das alles - Körper und Welt - einfach dir, der du etwas anders sein könntest? Etwas anderes, das vor dem Erscheinen dieser Welt und des Körpers bereits existieren musste. Etwas anderes, das damit nicht von dieser Welt sein kann.

*[In Erscheinung treten: sichtbar, erkennbar werden]

 

"Ich mache keinen Unterschied zwischen dem Körper und dem Universum. Beide sind jeweils die Ursache des anderen; jedes ist in Wahrheit der andere. Doch ich bin außerhalb all dessen." [Sri Nisargadatta Maharaj - "Ich Bin"]

02. August 2009

So wie du im Spiegel nur dein Spiegelbild siehst, aber niemals dich selbst, so kannst du nichts von dem sein, was du wahrnimmst (die Welt, Gedanken, Gefühle ...). Was bleibt dann als "du" (dein wahres "Ich") übrig? Denke ausreichend darüber nach, sofern du deine wahre Natur erkennen willst.

13. September 2009

master-keyWas ist "Selbst-Verwirklichung" - so wie es der Veda und die Advaita Vedanta beschreibt?

Das Thema in einfachen Worten und sehr gut beschrieben - im 'alten' Stil - hat es Sri Nisargadatta's Guru: Shri Siddharameshwar Maharaj. Sein kleines Werk ist in einer neuer Auflage wieder erschienen (nur englisch):

Titel: Master Key to Self-Realization, ISBN: 978-0-6152-3666-7

27. September 2009

Der Beobachter

Es gibt keinen "Beobachter", sondern nur die "Geisteshaltung eines Beobachters". Sie ist aus zwei Gründen für den Suchenden nützlich, bleibt aber dennoch etwas "Persönliches". Gar ein "universeller" Beobachter zu sein, ist reine Einbildung.

 

1. Psychologische Wirkung

Sich als unbeteiligter Beobachter zu betrachten, führt mehr oder weniger in einen Zustand, bei dem die eigenen Reaktionen auf die Umwelt leichter und wie von außen gesehen werden können und damit als antrainierte/erworbene Gewohnheiten erkannt werden können. Dadurch erhöht sich i. d. R. die Akzeptanz für das eigene Verhalten und/oder des eigenen Zustands (wie man ist!).
Der Verstand kann dann - wenn er damit in Ruhe gelassen wird - seine Reaktionen oft leichter korrigieren. Das geschieht - wenn es geschieht - spontan und eher unmerklich. Man wundert sich später oft, was sich in den letzten Wochen/Monaten/Jahren alles geändert hat. Die allseits beliebten diversen Psycho...übungen hingegen verhindern dies meist regelrecht, machen den eigenen Zustand teilweise nur schlimmer.
Dennoch kann die Beobachterhaltung nicht kontinuierlich aufrecht erhalten werden, denn immer dann, wenn der Verstand "richtig" in Aktion ist, vergisst er mehr oder weniger diese Haltung für einige Zeit.

 

2. "Spirituelle" Wirkung

Der eigentliche Zweck der Geisteshaltung eines Beobachters aber ist, früher oder später zu erkennen (es geschieht dann plötzlich), das Beobachtung (Wahrnehmung, Gewahrsein) immer geschieht - und zwar durch "Niemanden".
Es mag absurd, unverständlich oder paradox klingen: Es gibt nur Wahrnehmung, aber niemand, der (persönlich) wahrnimmt - auch wenn es einen Körper braucht, mittels dessen überhaupt wahrgenommen werden kann. Dieses Paradox kann nicht erklärt oder diskutiert werden. Nur wer es durchdrungen hat, wird es verstehen können!

 

"In Wirklichkeit gibt es nur Wahrnehmung. Der Wahrnehmende und das Wahrgenommene sind nur ein Konzept, die Tatsache der Wahrnehmung ist wirklich."
[ Sri Nisargadatta Maharaj - „Ich Bin“]

27. Oktober 2009

Die sogenannte Suche ist letztlich die Suche nach sich selbst, nach dem, was ich bin. Doch wie könnte ich jemals etwas finden, was ich schon längst bin und immer war? Wenn, dann kann ich nur die falschen Vorstellungen über mich beseitigen, die sich - durch welche Gegebenheiten auch immer - angesammelt haben: Dass ich eine Person wäre - ein selbst bestimmendes Wesen also, und dass die anderen dies ebenfalls wären. Zeigt uns denn die tägliche Erfahrung nicht genau das Gegenteil? Wir sind ja noch nicht einmal in der Lage, Gedanken und ihre Folgen, die durch äußere Reize entstehen, nicht zu haben! Wir sehen (nur) ein tolles Photo eines Gerichts und schon läuft uns der Mund zusammen. Wo ist denn da ein "Wesen", das wirklich selbst bestimmen könnte? Ist es nicht offensichtlich, dass wir keine eigenständigen - unabhängigen - Wesen sein können, auch wenn die mächtige Illusion, es zu sein, massiv an uns zerrt. Wenn die Idee, dass wir Personen sind, fällt, dann ist diese Welt schlagartig von diesen "eingebildeten Wesen" befreit. Sie wird dann traumähnlich gesehen (obwohl alles weiter geht wie zuvor) und das wahre "Ich" - das, was ich bin - kommt zum Vorschein. Es ist sowieso immer da - wie könntest du jemals etwas anderes sein als DAS! Das ganze Problem liegt damit in der Vorstellung der "Person". Und Vorstellung, das ist wie das Wort schon sagt, etwas "davor gestelltes" ..., (nur) etwas Gedankliches also!

 

"Woher wissen Sie, dass Sie sich selbst nicht kennen? Ihre direkte Einsicht sagt Ihnen, dass Sie sich selbst als Erstes kennen, denn nichts existiert für Sie, solange es Sie nicht gibt, um dessen Existenz zu erleben. Sie glauben, dass Sie ihr Selbst nicht kennen, weil Sie es nicht beschreiben können. ... Sie können immer sagen: „Ich weiß, dass ich bin“, und dann werden Sie die Behauptung „Ich bin nicht“ als unwahr zurückweisen. Alles, was Sie beschreiben können, können Sie nicht sein, und was Sie sind, kann man nicht beschreiben. Sie können Ihr Selbst nur dadurch kennen, dass Sie Sie selbst sind, ohne zu versuchen, sich selbst zu definieren oder zu beschreiben. ... Wenn Sie einmal verstanden haben, dass Sie nichts Wahrnehmbares oder Vorstellbares sind, dass nichts, was im Bereich Ihres Bewusstseins erscheint, Sie sein kann, dann werden Sie sich aufmachen, alle Selbstidentifikationen auszumerzen, denn das ist der einzige Weg, um Sie zur tieferen Verwirklichung Ihrer selbst zu führen. ... Sie machen durch die Zurückweisung tatsächlich Fortschritte – raketenartige Fortschritte. Zu wissen, dass Sie weder im Körper noch im Verstand sind, obwohl Sie beider gewahr sind, ist bereits Selbsterkenntnis."
[Sri Nisargadatta Maharaj - „Ich Bin“]

03. Dezember 2009

Es sind die vorgestellten Erwartungen, die das "Finden" verhindern. Denn erst muss dieser unerklärliche "Friede" und diese unfassbare Stille, die irgendwie "nicht von dieser Welt" sind, in einem "aufsteigen".
Was immer danach geschieht, geschieht von selbst und wird Veränderungen - vielleicht nicht die vorgestellten - bewirken. Nichts wird dabei von "mir" getan, nichts kann dabei von "mir" getan werden. Dennoch geschieht alles in "mir". Doch was kann man "tun", damit diese "Stille"* in einem aufsteigt?:

(* Stille usw. sind nur Wörter, die auf das Unerklärliche hinweisen, damit ist nicht die gedankliche Stille/Ruhe des Verstandes gemeint)

 

"Ich habe nur einfach seine Anweisungen [Shri Siddharameshwar Maharaj] befolgt, und die hießen: Konzentrieren Sie Ihren Verstand auf das reine Sein, auf das ‘Ich bin‘, und bleiben Sie dabei."
... Für Stunden saß ich alleine mit dem Gedanken ‘Ich bin‘, und bald wurde Friede, Freude und eine tiefe, alles umfassende Liebe mein Normalzustand. Darin verschwand alles – ich selbst, mein Guru, das Leben, das ich gelebt hatte, die Welt um mich herum. Nur Frieden blieb übrig und eine unfassbare Stille."
[Sri Nisargadatta Maharaj - „Ich Bin“]

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