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Der Verstand und die Welt

 

Die Welt und der Körper sind eine Kreation des Verstandes. Auch die Gedanken und Gefühle.

Der Verstand steht nicht still. Solange Bewusstsein da ist, ist er in Bewegung.

Gedanken und Worte werden andauernd von ihm kreiert. Die Welt wird von ihm vorwärts getrieben.

Wenn du dich nicht in seine Aktivität verwickeln lässt, kannst du seine Aktivitäten beobachten. Dann erkennst du, dass du nicht dieser Verstand sein kannst.

Sei still und begreife, dass du bereits vor dem Erscheinen des Verstandes und seines Inhalts existiert hast.

 

Wer bist du dann?

Was ist deine wahre Natur?

Kannst du dich beschreiben?

 

 

 

14. Januar 2011

"Die Illusion ist so seltsam, dass das "Unantastbare" sich in Bindungen verfing, dem "Unsterblichen" der Tod und dem höchsten Selbst, Paramatman, der Status eines Individuums (Jiva) gegeben wurde und zahllosen Leiden unterworfen wurde.
Diese Illusion, diese Maya [maya = das was nicht ist] schwer zu überwinden. Mit Hilfe der Macht des Sadgurus wird diese Illusion "verschämt" und verschwindet.
Wieviele Wege spiritueller Praktiken du auch unternimmst, egal, welche oder wieviele Bedeutungen du in sie hineinlegst, sie alle verstärken nur die Illusion. Diese Anstrengungen sind so, als ob man Benzin ins Feuer schüttet, um ein brennendes Haus zu löschen. Der Feuerwehrmann kommt in so einem Fall selbst um.
Was immer du auch für imaginäre Anstrengungen unternimmst, um über die Illusion hinauszugehen, wird Maya nur noch stärker erscheinen lassen. Wenn wir versuchen, Maya zu zerstören, indem wir Imagination verwenden, wird Maya nur noch mehr kultiviert, aber nicht reduziert.
Nur mit den Instruktionen, die vom Sadguru gegeben werden, und mit keinem anderen Mittel, ist es möglich, Zufriedenheit ohne Imaginationen oder Konzepte zu erlangen. Es sollte eine vollständige Negierung des "Ich"-Gefühls in jedermanns Sadhana [spirituelle Praktik] geben. Das ist der einzige Weg, die Illusion zu zerstören.
Wenn dieser heikle Punkt nicht verstanden wird, wird die Illusion nur stärker. Es ist ausschließlich der "Master Key of Self-Knowledge"*, der vom Sadguru gegeben wird, der es ermöglicht, das Selbst zu verstehen und zu realisieren. Alle anderen Mittel verstärken nur das Gefühl/die Wahrnehmung, ein separates Individuum zu sein."
[Sri Siddharameshwar Maharaj - Auszug aus 'Master of Self-Realization']

 

* Das Buch "Master of Self-Realization" beinhaltet auch das Buch "Master-Key to Self-Realization". Es erklärt recht gut und einfach die vedische Lehre, genauer die der Vedanta - mit ihrem Kern, der Advaita. Sri Siddharameshwar Maharaj, u. a. der Meister/Guru Sri Nisargadatta Maharaj's und Sri Ranjit Maharaj's, trägt wohl nicht zu Unrecht den Beinamen "His Holiness ..."

31. Januar 2011

"Eier, die Kombination von Hitze und Feuchtigkeit, Lebendgeburten und Samen sind die vier Quellen, aus denen alle Wesen kreiert werden. In allen Wesen funktioniert Prana [Lebensenergie] nur durch die "Kraft des Selbsts". Die Zustände Kindheit usw. haben keinen Effekt auf Prana, wie also können Sie das Selbst beeinflussen? Das Individuum bindet sich durch seine falschen Vorstellungen selbst. Im Wünschen [Verlangen] liegt die Gefangenschaft. Ich werde es erklären.

Was immer du willst ist an einem bestimmten Ort. Wenn du es willst, so musst du dorthin gehen, wo es sich befindet. Dort musst du warten, bis du bekommst, was du willst, und manchmal wird dein Wunsch erfüllt. Dann, wenn du bekommen hast was du wolltet und es von dort nicht mitnehmen kannst, musst du dort bleiben. Nur dann kannst du dieses Objekt genießen oder verwenden. Wenn wir es also nicht dorthin mitnehmen können wo wir hingehen, müssen wir dort beiben, weil wir es wollen [es bedürfen]. Dies ist die Gefangenschaft des Wünschens.

Wenn du nicht gefangen sein willst, musst du deine Wünsche aufgeben. Nur dann kannst du sie loswerden. Solange Wünschen da ist, solange ist auch eine Inhaftierung vorhanden, damit ist gemeint, dass du dort leben musst (in der Welt). Ein Wunsch bringt mit sich, dass du in der Nähe dieses Objekts leben musst.

Wenn du die Wünsche [das Verlangen] aufgibst, ist die "Befreiung" sicher. Wünsche zu beherbergen ist selbst Gefangenschaft. Wenn alle Wünsche für immer verworfen werden, wird man zur [höchsten] Realität, während das Individuum, mit all seinen Wünschen, die es schnüren, abwärts in Richtung Zerstörung geht."

[Sri Siddharameshwar Maharaj - Auszug aus 'Master of Self-Realization']

19. Februar 2011

„... Der Körper ist nur ein Gast. Der Gast ist nicht der Besitzer des Hauses. Der Körper will alles haben. Er ist noch nicht einmal ein guter Gast. Wenn er geht, sagt er jemals Danke für all den Unterhalt und die Zuwendung, die du ihm gegeben hast? Sagt er jemals „Auf Wiedersehen“? Du hast ihn dein ganzes Leben unterhalten, und er geht ohne ein Wort. Doch immer noch sagst du: „Ich bin das“. Was kannst du tun? Ein Veränderung im Verstand ist vonnöten. Der Verstand selbst ist Bindung, der Verstand selbst ist Befreiung. Am Anfang ist Meditation erforderlich, aber nach einiger Zeit wird dir der Meister sagen: „Unnötig, vergiss jetzt die Meditation ebenfalls.“ Verstehen macht dich zu ihm, und du wirst nicht bestehen bleiben. Wenn das passiert, was ist dann zu tun und was ist nicht zu tun? Die Kraft in dir ist der Schöpfer der Welt. Was geschieht ist deine Wahl, und nicht die des Schöpfers. Versteh es auf diese Weise und du wirst nie etwas fühlen. „Ich bin nichts“. Wegen des Körpers bist du eine sehr kleine Kreatur geworden. Vergiss die Bindung, nichts weiter.“
[Sri Ranjit Maharaj - Auszug aus „Illusion vs. Reality“]

13. März 2011

"Das Selbst beinhaltet kein Ding. Es ist nichts in ihm, dass beschädigt werden oder verfallen könnte. Es ist ohne "Schmutz". Damit ist gemeint, dass keine materiellen Gegenstände in ihm sind. Deshalb wird es als rein bezeichnet, und da keine Gegenstände in ihm enthalten sind, ist es unzerstörbar. Zu zerfallen ist die Qualität von "Schmutz". Er ist gebunden an Zerfall und Zerstörung, und wird zur Erde (als Erde) zurückkehren [zu Staub zerfallen]. Wie auch immer, das makellose Selbst ist unzerstörbar. Auch wenn es sich im Körper und den Sinnesorganen befindet, wird es von diesen nicht berührt. Das Selbst kennt weder Geburt noch Tod. Über den Tod kann man nur in Bezug auf den Körper sprechen. Das Selbst wird niemals beschädigt und ist ungeteilt. Es ist weder aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt, noch die Summe irgendwelcher Teile. Wenn du wissen willst, was es ist, dieses Selbst ist ER [ES], der in deinem Körper lebt, und der den Körper kennt.
[Sri Siddharameshwar Maharaj - Auszug aus ‚Master of Self-Realization']

03. April 2011

Du hast einen nächtlichen Traum. Er ist eine Illusion in dir. Sehen, Fühlen usw. sind da, und wenn du im Traum denken könntest, müsstest du glauben, du wärest diese Traumperson. Doch du bist in diesem Traum nicht enthalten. Du existierst darin nicht. Sobald du aufwachst, weißt du das zweifelsfrei.
Du kannst dir einen Tagtraum erschaffen. Auch hier weißt du ganz genau, dass du in diesem Gedankenspiel nicht enthalten bist. Du existierst darin nicht.
Diese Leben ist nichts anderes als ein langer Traum. Du existierst darin ebenfalls nicht. Doch solange du glaubst, dass du eine Person bist, scheinst du darin zu existieren und nimmst diesen Traum für bare Münze. Das ist das "Ego", das ist deine "Gefangenschaft", deine "Bindung".
Es ist der Verstand - dieser ständige Strom an Gedanken -, der diese (Traum-) Welt(en) ohne Unterlass kreiert. Er ist unersättlich. Was immer er bekommt oder erreicht, er wird immer mehr wollen und kreieren. Solange du ihm "hörig" bist, bist du sein Sklave, gebunden an seine Vorstellungen, Wünsche und Sorgen.
Lass das Ego "sterben", betrachte dich als nicht in dieser Welt existent. Nur so endet deine Bindung an diese fiktive Traumperson, die du glaubst zu sein und du wirst dein wahres Wesen erkennen: ER, ES, Selbst, Gott, Brahman, Paramatman, ungeteilt, ungebunden, unsterblich ... wie immer du es nennen magst.

Wer also bist du außerhalb all dieser Träume? Finde es heraus. Doch es lässt sich nicht "erdenken" ...

 

"Im Verstand entstehen immer Unterschiede. "Das mag ich und das mag ich nicht". Der Verstand ist ein verzwicktes Ding. Ihn zu bezwingen ist nicht leicht, aber wenn du ihn zerlegt hast [orig: zusammengelegt - to merge], oder ihn im Griff hast [put your feet on it], wird er keinen Widerstand leisten. Du kannst sagen, "Ich weiß, dass ich alles tun kann", aber was ist damit gemeint? Wenn du ER bist, was gibt es für eine Notwendigkeit, irgendetwas zu tun? Heilige machen oft den Fehler des Wünschens und fallen zurück. Wenn der Verstand irgendetwas will, stehst du unter dem Einfluss des Verstandes, oder etwa nicht? Trenne dich von deinen Verstand [cut the mind]. Gedanken mögen kommen, aber es gibt nichts damit zu tun. Verstehen sollte auf diese Weise geschehen. "ER macht alles, Ich existiere nicht." Solange du existierst gibt es ein Ego, ein subtiles Ego, das bestehen bleibt. "
[Sri Ranjit Maharaj - Auszug aus "Illusion vs. Reality"]

25. April 2011

Wenn du die Welt vergessen hast, so existiert sie (für dich) nicht mehr. Auch das "Ich", das du glaubst zu sein, ist dann verschwunden. Du nennst diesen Zustand für gewöhnlich "eingeschlafen sein".
Diese Welt ist nur die Projektion deines Verstandes. Solange du an ihr interessiert bist, hast du dich als das Selbst [die höchste Realität] vergessen. "Erinnerst" du dich an das Selbst, hast du die Welt vergessen.
Deshalb sagt man, ein Siddha (ein Verwirklichter der höchsten Stufe) sieht die Welt nicht mehr.

 

"Welche Welt wollen Sie erlösen? Die Welt Ihrer eigenen Projektionen? Die müssen Sie selber retten. Meine Welt? Zeigen Sie sie mir, und ich werde mich damit auseinandersetzen. Ich bin mir keiner Welt bewusst, die von mir getrennt ist und wo ich die Freiheit hätte, sie zu erlösen oder nicht zu erlösen. Was haben Sie mit der Erlösung der Welt zu tun, die Welt muss von Ihnen erlöst werden. Gehen Sie aus dem Weg und schauen dann, ob es noch etwas gibt, das erlöst werden könnte. "
[Sri Nisargadatta Maharaj - "Ich bin"]

15. Mai 2011

"... Doch wenn Sie innerlich und äußerlich völlig in sich integriert sind, dann arbeiten Sie nicht an dem Universum, sondern Sie genießen es."
[Sri Nisargadatta Maharaj - „Ich bin“]

 

Stell dir vor, du erreichst gerade dein Urlaubsziel.
Du schaust bei Sonnenuntergang aufs Meer und genießt es ganz 'natürlich'.
Denkst du dabei?
Natürlich nicht.

Nun denke an deine Sorgen; an deine unerfüllten Wünsche.
Genießt du noch?
Bestimmt nicht.

Vergiß jetzt die Sorgen und Wünsche für einen Augenblick und betrachte erneut den Sonnenuntergang.
Alles ist vergessen und 'natürliches' Genießen ist wieder vorhanden.

Was also musst du andauernd groß herumdenken?
Die Dinge geschehen eh, wie sie geschehen sollen.
Was braucht es denn da dein andauerndes Denken?
Warum verdirbst du dir dein Leben, dein Glück mit deinem andauernden Denken?

 

"... Seien Sie sich Ihres eigenen Seins völlig gewahr, und Sie werden bewusst in der Glückseligkeit sein. Weil Ihr Verstand nicht auf Sie selbst gerichtet ist und bei dem verweilt, was Sie nicht sind, verlieren Sie Ihr Gefühl von Wohlsein, von glücklich sein."
[Sri Nisargadatta Maharaj - „Ich bin“]

05. Juni 2011

Der heutige Newsletter, und vorläufig alle weiteren, sind Teil eines zusammenhängenden Textes, der in der Rubrik "potzblitz" nachgelesen werden kann (so weit dieser schon veröffentlicht ist).

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